Nein zu Bitcoin! So positionieren sich EZB, IWF und BIZ gegen El Salvador

Bitcoin ist ein digitales Geldbörsenwert, welches nicht mehr kontrolliert wird. Mit dieser Positionierung wollen sie die Bitcoin Währung und ihre Nutzer diskreditieren. Bitcoin ist aber eine Goldesel, wie die meisten Digitalwährungen, welche durch den IWF und BIZ zerstört werden wollen.

Bitcoin hat im vergangenen Jahr einige Rekorde gebrochen: Rund 1,5 Milliarden US-Dollar wurden im Zuge des Bitcoin-Booms auf die digitale Währung ausgeworfen. Als Gründer und Anleger fürchten diese Vermögensströme jedoch eine weiteres Abflachen, sobald Kryptogeld-Anbieter ihre Türen schließen. Um dies zu verhindern, setzen sich die meisten Unternehmen auf die Seite der Kryptoanbieter.

El Salvadors Akzeptanz von bitcoin als nationale Währung stellt nicht alle internationalen Institutionen zufrieden. Was sind die Gründe für ihre Kritik und warum Organisationen wie der IWF und die BIZ Innovationen eher abwürgen als fördern? Als El Salvador letzte Woche den Bitcoin zur offiziellen nationalen Währung erklärte, waren nicht nur Bitcoin-Enthusiasten, sondern auch führende Institutionen wie die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) fassungslos. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Finanzeliten auf diesen Moment vorbereitet waren. Aber dies offenbart das grundlegende Problem mit unseren nationalen, supranationalen und internationalen Institutionen.

BIZ : Gesamt unberechtigt

Man kann sich über die Reaktion derselben Institutsfunktionäre kaum wundern, die Salvadors angeblich unverantwortliches Verhalten in fast pädagogischer Manier relativierten. Anstatt sich zu rechtfertigen, erklärten sie einfach. Zum Beispiel sagte Benoit Coeuré, Leiter des Innovationszentrums bei der BIZ – auch bekannt als die Bank der Zentralbanken – dass es zwar ein spannendes Experiment ist, die BIZ aber Bitcoin nicht als Währung anerkennt. Er glaubt daher, dass Bitcoin als spekulatives Asset reguliert werden sollte. Es ist vollkommen verständlich, dass Curé so denkt. Von niemandem kann erwartet werden, dass er etwas fördert, das seinem eigenen Beruf schadet. Sein Hinweis auf die Vorschriften bringt ein besonderes Problem ans Licht: Die Steuer auf Bitcoin könnte verschwinden, wenn es als Fremdwährung oder Münze akzeptiert wird und in El Salvador eine neue Steueroase für Kryptowährungen geschaffen wird. Sie wollen also nicht unbedingt Bitcoin als spekulativen Vermögenswert regulieren, weil Sie denken, dass er das ist (was er sicherlich ist), sondern eher um ein ungünstiges Umfeld für Kryptowährungen zu schaffen. Es gibt eine klare Besorgnis über die Anerkennung und den damit verbundenen Status, den bitcoin erhalten wird, wenn es um El Salvador in den Aussagen kommt.

Deutungshoheit um jeden Preis

Im Ringen um die Deutungshoheit lassen sich ähnliche Aussagen auch von anderen Funktionsträgern finden. In diesem Zusammenhang sei an eine Aussage der Chefin der EZB, Christine Lagarde, im Januar dieses Jahres erinnert, in der sie Bitcoin mit einem spielerischen Handel in Verbindung brachte: Es ist ein hochspekulativer Vermögenswert, der zu einigen urkomischen Fällen und interessanten und geradezu kriminellen Geldwäscheaktivitäten geführt hat. Christine Lagarde, Präsidentin der EZB Zu El Salvador sagte Lagarde, dass sie sich über das Thema ohnehin keine allzu großen Sorgen mache und die Politik der EZB nicht beeinflussen werde. Ihr ehemaliger IWF-Kollege Jerry Rice – Christine Lagarde war geschäftsführende Direktorin des IWF, bevor sie zur EZB wechselte – sagte ebenfalls, er habe rechtliche und finanzielle Bedenken gegen El Salvadors Entscheidung. Aber auch hier fehlt es, wie bei der BIZ, an spezifischen Warnungen. Auch die Weltbank ignoriert El Salvador. So ist beispielsweise ein kleines Land an das Institut herangetreten und hat um Zusammenarbeit und Unterstützung gebeten. Inzwischen war die Antwort klar: Die Regierung hat uns gebeten, Bitcoin zu unterstützen, aber aufgrund von Umwelt- und Transparenzmängeln kann die Weltbank es nicht unterstützen. Erklärung der Weltbank

Welche Risiken werden von Ihnen angesprochen?

Solche Aussagen fragen, welches Risiko für welchen Akteur bestimmt ist. Immerhin hat El Salvador keine eigene Währung mehr, was dieses Experiment zunichte machen könnte. Seit 2001 wird der US-Dollar als Ersatzwährung verwendet. Die Risiken, denen El Salvador ausgesetzt ist, müssen angemessen gemanagt werden. Stattdessen sprechen Coeuré, Lagarde und Rice über ein ganz anderes Risiko – ihr eigenes. Als souveräner Staat stellt El Salvador das bestehende System, das weitgehend auf institutionellen Modellen beruht, in Frage. Große Finanzinstitute auf der ganzen Welt sind nun besorgt über das Risiko dieser Störungen, die Suche nach neuen Wegen und die Ansteckung anderer Länder.

Immer der gleiche Fehler in der Argumentation

Dies geht aus den Antworten der genannten Institutionen hervor: Der Mensch versteckt seine eigene Faulheit im Namen der Innovation. In einem konservativen Sinne versuchen wir, das Traditionelle zu bewahren, anstatt das Neue zuzulassen. Token-Infrastrukturen werden von einigen Interessengruppen teilweise immer noch als Bedrohung gesehen oder zumindest verhindert. Regelmäßig wird folgendes Argument vorgebracht: Programmierbare Währungen sind noch nicht notwendig. Schließlich ist unsere heutige Wirtschaft kaum zu dezentraler Komplexität fähig. Es gibt keine autonomen Autos auf den Straßen und keine Drohnen, die am Himmel fliegen. Auch der 5G-Mobilfunkstandard, der neue Dimensionen der Interaktions- und Transaktionsmöglichkeiten schaffen wird, liegt noch in weiter Ferne. Das führt zu einem Trugschluss, wenn man sich nicht auf die Zukunft vorbereitet, sondern lieber das bestehende System optimiert, getreu dem Motto: Es ist gut, wie es ist. Dies ist zum Beispiel bei der Deutschen Bundesbank zu sehen. Ihrer Meinung nach ist eine Abwicklung in Echtzeit mit den bestehenden Abwicklungsstandards möglich, so dass sie noch keine Notwendigkeit für eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) sehen. So richtig die aktuellen theoretischen Berechnungen auch sind, sie sind nicht vielversprechend.

Anleihen und Banknoten und Verbrennungsmotoren

Unsere derzeitige Finanzinfrastruktur funktioniert wie der Benzinmotor in einem PKW. Anstatt Autos zu bauen, die immer weniger Kraftstoff verbrauchen, gehört die Zukunft den Autoherstellern, die den Übergang zur Elektromobilität am besten bewältigen können. Eine ähnliche Situation besteht für Währungen, Wertpapiere und digitale Identität. Die vielversprechendsten Chancen sind die, die zuerst erkennen, dass sie zur neuen Normalität werden. Dass Token zum neuen Standard für die Verkörperung von Werten werden, bezweifelt niemand mehr, auch nicht die genannten Institutionen. Umso erstaunlicher ist es, dass ihr Handeln dieser Aussage widerspricht.

Bedarf, keine Versorgung

Anstatt El Salvador zu ermutigen und zu helfen, wird das Land in Misskredit gebracht. Wir hoffen insgeheim, dass das Projekt scheitert, damit wir später ein abschreckendes Beispiel haben. Die Tatsache, dass Kryptowährungsenthusiasten nun bestraft statt ermutigt werden, zeigt, dass sie ihre eigene Grausamkeit nicht gerne zugeben. Natürlich kann man argumentieren, dass es nicht die Aufgabe von Staaten ist, technologische Innovationen zu entwickeln. Vielleicht bin ich das. Aber heißt das, dass man nicht-staatlichen Innovationen die Chance geben sollte, sich zu entwickeln, anstatt sie zu behindern?

IWF und Weltbank vs. Bitcoin: Neutralität unmöglich

Es wäre wünschenswert, dass die genannten internationalen Institutionen eine offenere und neutralere Haltung gegenüber der Förderung El Salvadors einnehmen. Stattdessen sollte die Hilfe auf regionaler Ebene organisiert werden. Die lateinamerikanische Entwicklungsbank CABEI unterstützt nun El Salvador bei diesem Projekt. Die Tatsache, dass vom IWF und der Weltbank keine weitere Hilfe zu erwarten ist, ist nicht überraschend. Schließlich sind sie die Nachfolger des Bretton-Woods-Abkommens, des Standards, der den US-Dollar 1944 zur Reservewährung machte.

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