Kommt der digitale Euro? EZB leitet Projektphase ein

Die Euro-Staaten haben sich zu einer Art Einheit ausgetauscht: Den Euro, mit dem sie gemeinsame Währung bilden sollen. Das Geld ist für sie alle gleichwertig und gleich teuer. Mit dieser Währung werden sie ihre Wirtschaftspolitik und ihre Politik wie z.B. die Sicherheit der Deutschen vergemeinschaftet. Doch woher kommt das Geld? In den Systemen der Euro-Staaten gibt es unterschiedliche We

EU-Kommissionen prüft die Entwicklung eines digitalen Euro an, um den Euro für den Binnenmarkt zu ersetzen. Ein Pilotprojekt wurde vor kurzem eingeführt. Der digitale Euro soll zunächst als eine Art Vorschuß zum Zahlungssystem in Europa eingesetzt werden, das von den EU-Institutionen unter der Bezeichnung ‑ eZB ‑ betrieben wird.

Der digitale Euro steht vor der Tür. Am heutigen Mittwoch hat der EZB-Rat das erste Rahmenwerk für das europäische CBDC verabschiedet.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einen weiteren Schritt in Richtung digitaler Euro gemacht. Wie die Zentralbank heute, Mittwoch 14. Im Juli kündigte die Kommission die Eröffnung der förmlichen Untersuchungsphase an, die voraussichtlich 24 Monate dauern wird. Gleichzeitig wollen die Befürworter der Währung offene Fragen im Zusammenhang mit dem digitalen Euro klären, wie z.B. die Benutzerfreundlichkeit und die Verhinderung von illegalen Aktivitäten mit dieser neuen Form von Geld.

Sie wollen auch wissen, ob und inwieweit digitale Euros die gleichen Eigenschaften der Privatsphäre haben können wie Bargeld.

Der digitale Euro sollte ein hohes Maß an Vertraulichkeit gewährleisten. Die technologischen Möglichkeiten, anonyme Zahlungen in der digitalen Welt vorzunehmen, bestehen bereits bis zu einer gewissen Schwelle, erklärt Jonas Gros, Währungsexperte und Projektleiter am Blockchain Center der Frankfurt School, im Interview mit BTC-ECHO.

Offen ist auch, ob und vor allem wie die Gerechtigkeits- und Inklusionsaspekte der digitalen Währung der Zentralbank (CBDC) umgesetzt werden können – schließlich erfordert ihre Nutzung eine gewisse Infrastruktur, wie Internet und Strom.

Geldpolitik der EZB mit neuen Elementen

Außerdem werden die Freuden und Lasten der Geldpolitik mit dem digitalen Euro Teil der Studie sein, heißt es in einem EZB-Dokument. EZB-Präsidentin Christine Lagarde kommentierte die Entscheidung der Zentralbank mit den Worten:

Neun Monate sind seit der Veröffentlichung unseres Berichts über den digitalen Euro vergangen. In der Zwischenzeit haben wir die Angelegenheit weiter analysiert, Bürger und Experten befragt und verschiedene Experimente durchgeführt – mit ermutigenden Ergebnissen. All dies führte zu der Entscheidung, den nächsten Schritt zu machen und ein digitales Euro-Projekt zu starten.

Präsidentin Christine Lagarde zum EZB-Bericht.

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob der digitale Euro Realität wird. Laut der EZB ist die Untersuchungsphase offen, aber selbst wenn die Entscheidung positiv ausfällt, wird Bargeld Teil des Finanzsektors bleiben. Dies ist die Ansicht der Zentralbank:

Dies gilt unbeschadet einer zukünftigen Entscheidung über die Ausgabe von digitalen Euro, die zu einem späteren Zeitpunkt getroffen wird. In jedem Fall wird der digitale Euro das Bargeld ergänzen, nicht ersetzen.

EZB-Schatzamt

Euro Einzel- oder Großhandel?

Es gibt zwei mögliche Formen eines europäischen CBDCs:

 

  1. 1. Dabei handelt es sich um eine so genannte Wholesale-Lösung, die nur dem Finanzsektor, wie Kreditinstituten und der Zentralbank selbst, zur Verfügung stehen würde, nicht aber den Endverbrauchern.
  2. 2. Dies ist eine sogenannte Retail-Lösung, die auch dem Verbraucher zugute kommt. In dieser Form kann CBDC wie Bargeld verwendet werden, mit dem Unterschied, dass die Transaktion digital erfolgt.

Die Zentralbank hat beide Optionen bereits in einem umfassenden Rahmendokument zum digitalen Euro im Oktober 2020 diskutiert. Dies erklärt auch die große Bedeutung, die das Bargeld im europäischen Währungsraum immer noch hat: Etwa 79 % aller Kassentransaktionen werden in bar abgewickelt.

Die Frage, welche dieser beiden Optionen die Treuhänder bevorzugen würden, kann manchmal recht offen diskutiert werden. Es ist jedoch klar, dass die EZB unter Druck steht, da der Einsatz von Liquidität weiter abnimmt. Wenn die Bürger in Zukunft nur noch digitales Geld verwenden, kann die Zentralbank ohne eine Retail-CBDC kein Zentralbankgeld mehr verkaufen.

Die Retail-Lösung wird auch einen neuen Ansatz für die Geldpolitik bieten. Dies würde es den Nutzern ermöglichen, ihre Konten direkt bei der Zentralbank zu führen und nicht mehr auf eine zwischengeschaltete Bank zurückgreifen zu müssen. Einige Marktbeobachter sehen darin einen enormen Effizienzgewinn, aber auch die Möglichkeit, Geld zum Beispiel direkt aus einem Hubschrauber auszugeben.

Auf der anderen Seite würde Europas führendes Geldinstitut das Geschäftsmodell des Finanzsektors in seinem Kern bedrohen.

CBDC kann seine Unabhängigkeit von US-Unternehmen stärken

Jonas Gross weist auf einen weiteren Aspekt hin:

Der digitale Euro wird in Europa benötigt, um die Abhängigkeit von ausländischen privaten Zahlungsdienstleistern, wie großen Technologieunternehmen, zu verringern. Mit dem digitalen Euro wird eine rein europäische Zahlungsinfrastruktur geschaffen.

Jonas Gros – BTC-ECHO

Voraussetzung ist natürlich, dass ein CBDC im Handel technisch auf Augenhöhe mit PayPal, Apple Pay und Co ist, um einen echten Ansturm zu bewältigen.

All diese Fragen müssen in den nächsten zwei Jahren beantwortet werden.

 

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