Finanzmarktaufsicht Österreich: Krypto-Assets sind primär Spekulationsobjekte

Die österreichische Lebensmittelbehörde Finanzmarktaufsicht (FMA) stuft Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. in erster Linie als Spekulationsobjekte ein, so FMA-Vorstand Eduard Müller gegenüber Trending Topics.

Keine Aufwertung trotz Preiserhöhung

Auf die Frage nach den jüngsten Preissteigerungen und dem vermeintlichen Einstieg institutioneller Investoren in Kryptowährungsanlagen weist Müller darauf hin, dass sich an der Einschätzung digitaler Finanzprodukte wie Bitcoin, Ripple und Ether durch die FMA und die europäischen Finanzmarktaufsichtsbehörden nichts geändert hat.

Sie wird nicht als Währung behandelt, da sie kein gesetzliches Zahlungsmittel ist und nicht die grundlegenden Merkmale einer Währung aufweist, wie z. B. eine zentrale Ausgabestelle, allgemeine Akzeptanz, einen stabilen Wechselkurs und eine Mindestwerterhaltungsfunktion.

Wir betrachten diese Kryptowährungen als primär spekulative Vermögenswerte, die dazu neigen, extremen Preisschwankungen zu unterliegen und daher extrem hohe Risiken für Verbraucher und Kleinanleger bergen, fügte der FSA-Beamte hinzu.

Diese Token unterliegen im Allgemeinen nicht der EU-Regulierung und -Aufsicht, merkt Mueller an.

Etwas anders sieht es bei Krypto-Assets in Form von Sicherheits-Token aus, die Berichten zufolge bei lizenzierten Marktteilnehmern auf mehr Interesse stoßen, weil sie sich leicht vermarkten lassen und für Wertpapierbörsen geeignet sind.

In Bezug auf Bitcoin und ähnliche Kryptowährungen konnte die FMA jedoch kein erhöhtes oder signifikantes Interesse von beaufsichtigten Unternehmen oder institutionellen Anlegern feststellen. Mueller hat auch harte Zahlen, um dies zu untermauern:

Bis Ende 2020 hatten die österreichischen Versicherer keinen Cent direkt in Kryptowährungen investiert; indirekt hielten sie 5,4 Millionen Euro in gegenseitigen und indexierten Lebensversicherungen über zwei Investmentfonds.

Gemäß der europäischen Definition von Cryptocurrency-Vermögenswerten umfassen diese Zwischenpositionen börsengehandelte Fonds (ETFs) mit einem Fokus auf Blockchain sowie Anteile an einem Anbieter von High-Performance-Computing-Lösungen, die auch im Umfeld der Cryptocurrency-Technologie eingesetzt werden.

Insgesamt machten diese Investitionen in Kryptowährungen nicht einmal 0,004 Prozent des Gesamtvermögens der österreichischen Versicherungsbranche aus, so Müller.

Versicherungsgesellschaften oder Pensionsfonds sind nicht verpflichtet, indirekte Investitionen in Kryptowährungsanlagen an die Behörde zu melden, so die Empfehlung der FSA. Sie dürfen jedoch nur in Vermögenswerte investieren, deren Risiken sie angemessen identifizieren, messen, überwachen, steuern und kontrollieren können.

In diesem Zusammenhang warnt Muller auch vor dem anhaltenden Problem betrügerischer Investitionen in Kryptowährungsanlagen und verweist Anleger auf die entsprechenden Warnungen der FSA oder anderer Regulierungsbehörden sowie Verbraucher- oder Anlegerschutzorganisationen.

Von den 600 mutmaßlichen Opfern von Finanzbetrug, die sich im Jahr 2020 an die FMA wandten, betraf mehr als die Hälfte Kryptowährungen, mit einem durchschnittlichen Verlust von 42.000 €.

Was die von EZB-Chefin Christine Lagarde geforderte strengere Regulierung von Kryptowährungen betrifft, verweist Müller auf den technologieneutralen Ansatz der FMA bei der Regulierung und Aufsicht, der auf dem Prinzip “gleiche Finanzdienstleistung, gleiches Risiko, gleiche Regeln” basiert.

Allerdings kann es sein, dass die bestehende Finanzmarktgesetzgebung nicht angemessen auf Kryptowährungen selbst anwendbar ist. Die Anwendung der Prospektgesetzgebung auf bestimmte Kryptowährungsanlagen, ihre Einbeziehung in alternative Investmentfonds und die Ausweitung der Sorgfaltspflicht zur Bekämpfung von Geldwäsche auf bestimmte Anbieter von virtuellen Währungsdienstleistungen sind wichtige erste Schritte, denen so bald wie möglich weitere, viel umfassendere Maßnahmen folgen sollten.

BaFin mit gleichwertiger Bewertung

Im Januar hat die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Warnung über die Risiken von Investitionen in Kryptowährungen wie Bitcoin herausgegeben und Investoren aufgefordert, sich nicht von dem jüngsten Preisanstieg bekannter Kryptowährungen wie Bitcoin, Ether, XRP, Bitcoin Cash und Litecoin überraschen zu lassen.

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